Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Robert Capa

Das Collegium Hungaricum Wien zeigt bis 31. Jänner in seiner Galerie UngArt eine Auswahl aus der Capa-Kollektion des Ungarischen Nationalmuseums, 52 erlesene Bilder aus der Master Selection III, der Essenz von Capas atemberaubend vielfältigem und umfangreichem fotografischem Schaffen, führen den Betrachter auf Kriegsschauplätze in greifbarer Nähe: vom Spanischen Bürgerkrieg über die Landung der Alliierten in der Normandie bis zum Indochinakrieg.

„If your pictures aren't good enough, you're not close enough.” (Robert Capa)

Robert Capa gilt als einer der bedeutendsten Fotoreporter und Kriegsberichterstatter des 20. Jahrhunderts. Er vereinte in sich die Qualitäten eines hervorragenden Journalisten (Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit, um an die Ereignisse heranzukommen) mit den Wesenszügen eines Künstlers (Spürsinn für das richtige Thema und Kompositionsfertigkeit).

Capa wurde 1913 in Budapest als Endre Ernő Friedmann geboren. Seine berufliche Laufbahn nahm in den 1930er Jahren als Mitarbeiter der Berliner Fotoagentur Dephot ihren Anfang. 1933 zog er nach Paris, wo er sich mit André Kertész, Henri Cartier-Bresson und David Seymour (Chim) anfreundete und seine große Liebe, die Fotografin Gerda Taro kennenlernte. Seinen Künstlernamen nahm er 1935 an. Seine Aufnahmen vom spanischen Bürgerkrieg, die ihn später weltberühmt machten, wurden bereits unter diesem Namen in französischen Illustrierten veröffentlicht. 1939 übersiedelte er in die USA. 1941-1945 bereiste er als Fotoreporter des »Life« Magazins mehrere Kriegsschauplätze. Nach 1939 lebte er in New York. Zwischen 1941 und 1945 wirkte er im Auftrag der Magazine »Life« und »Collier's« als Kriegsberichterstatter bei den Feldzügen in Nordafrika und in Italien. Am 6. 6. 1944 dokumentierte er die Landung der Alliierten am Omaha Beach. Am Ende des Krieges fotografierte er in Leipzig und Nürnberg, anschließend in Berlin.

Nach dem Krieg war Capa Mitbegründer der Agentur »Magnum Photos«. Zwischen 1948 und 1950 machte er Reportagen über Israel, Ungarn, Polen und die Tschechoslowakei. 1954 ging er nach Indochina, wo er in Thai-Binh von einer Landmine zerfetzt wurde.

Das Ungarische Nationalmuseum erwarb 2008 mit der Unterstützung des ungarischen Kulturrressorts aus der Sammlung des New Yorker International Center of Photography (ICP) eine Kollektion von 937 Bildern, die sogenannte Master Selection III. An die Auswahl dieser Reihe erinnerte sich der Bruder, Cornell Capa, folgendermaßen: „Zwischen 1990 und 1992 blätterten Richard Whelan [Freund und Biograph von Capa] und ich alle Negative von Robert Capa durch. Von etwa siebzigtausend Momenten, die mein Bruder festhielt, wählten wir 937 aus. Anhand dieser Aufnahmen verschafften wir uns einen – gewiss lückenhaften – Überblick über seine besten Bilder zwischen 1932 und 1954. […] Unser Ziel bestand darin, Fotos vorzustellen, deren emotionale Aufgeladenheit Capas klassischen Fotografien nahe kam.”

Aus den ausgewählten 937 Aufnahmen wurden 1995 drei ebenbürtige Serien aus qualitativ hochwertigen, mit Robert Capas Trockenstempel versehenen Positiven hergestellt, mit der Erklärung, dass keine weiteren Serien erzeugt werden können. Die erste Serie blieb in New York, die zweite gelangte nach Japan und die dritte in Capas Heimat.

Die 937 Bilder wurden in 23 Ländern auf vier Kontinenten aufgenommen. Die größte Bedeutung wird jenen 461 Fotos beigemessen, die vor dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere im spanischen Bürgerkrieg gemacht wurden. 276 Bilder wurden an den Fronten des Weltkriegs gemacht; man denke dabei an die erschütternden Bilder der Landung der Alliierten in der Normandie, die u.a. auch Steven Spielberg inspirierten. Die weiteren Kämpfe und Leiden nach dem Weltkrieg (die Gründung des Staates Israel, der Indochinakrieg) sind auf 154 Fotografien erfasst. Auf 46 weiteren Bildern sind Berühmtheiten wie Gary Cooper, Ingrid Bergman, Alfred Hitchcock, John Steinbeck und Pablo Picasso zu sehen, deren Porträts Capas vielseitiges Talent von einer neuen Seite beleuchten. Zu den angekauften Aufnahmen schenkte das ICP dem Museum weitere 20, in der Serie enthaltene, aber als besonders wertvoll erachtete und deshalb in größerem Format hergestellte Fotografien.

Eine gemeinsame Ausstellung des Ungarischen Nationalmuseums, des Balassi Institut – Collegium Hungaricum Wien in Zusammenarbeit mit WestLicht. Schauplatz für Fotografie und der Botschaft der Republik Ungarn

 

Kalender


2012
30
Mai
Mo Di Mi Do Fr Sa So
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Veranstaltungen des Instituts

Keine Termine

EVENTS

Keine Termine

Banners